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BRAVO - 12. April 2000

 

Leonardo DiCaprio -

Schon als Kind war er supersüß

 

 

Alle lieben Leo, aber niemand kennt ihn so gut wie seine Oma Helene (84). In BRAVO erzählt sie, wie Leo als Kind war und was seine Familie mit ihm alles erleben durfte

 

"Ein süßer und cleverer Junge war Leonardo schon immer", sagt Helene Indenbirken (82). Wenn die deutsche Großmutter von ihrem Enkel Leonardo DiCaprio erzählt, liegt Stolz in ihrer Stimme: "Ein Ereignis werde ich nie vergessen - als Leonardo elf war, besuchten er, seine Mutter Irmelin und ich Berlin. Wir haben immer Wert darauf gelegt, ihm die Heimat seiner Vorfahren nahe zu bringen und wollten ihm diesmal ein besonders bewegendes Stück deutscher Geschichte zeigen - die Berliner Mauer. Als ich davor ein Foto mit ihm schießen wollte, drehte er mir spontan den Rücken zu, grinste verschmitzt und tat so, als wolle er die Mauer wegschieben. Es war, als hätte er die Grenzöfnung, zu der es erst fünf Jahre später kam, bereits geahnt."

Aber nicht nur Traditionsbewusstsein, sondern auch andere "deutsche Tugenden" wie Disziplin, Ordnungssinn und Sparsamkeit versuchte die Oma ihrem berühmten Enkel zu vermitteln - mit Erfolg. "Dass Leo es in Hollywood geschafft hat, kommt nicht von ungefähr", erzählt Helene Indenbirken, "er arbeitete sehr hart". Und Leo wusste schon immer, was er wollte. "Wenn der Junge sich etwas vorgenommen hat, lässt er nicht locker", plaudert die Oma aus dem Nähkästchen. Schon als pfiffiger Lausbub brachte er die ganze Famile durch ungewöhnliche Aktionen zum Staunen: Während eines Besuchs in Deutschland machte er bei einem Breakdance-Wettbewerb mit, ohne dass jemand davon etwas wusste - und belegte prompt den zweiten Platz.

Als die Familie einmal ihren Winterurlaub in Österreich verbrachte, versuchte Leo mit allen Tricks, seine Oma zu einer Abfahrt zu bewegen, obwohl sie noch nie auf Skiern gestanden hatte. "Ich konnte in letzter Sekunde flüchten, nur deshalb habe ich mir nicht sämtliche Knochen gebrochen", lacht Helene, die ihren Enkel übrigens nie Leo, sondern stets Leonardo nennt. Einen ähnlichen Versuch startete Leo später wieder - bei den Dreharbeiten zu "The Beach". "Ich besuchte ihn in Thailand", erinnert sich die charmante alte Dame. "Nach Drehschluss wollte er unbedingt mit mir zum Schnorcheln gehen. Aber ich sagte ihm klipp und klar, dass ich mich nicht mit diesem blöden Ding im Wasser herumquäle, sondern lieber schwimme. Da gab er endlich Ruhe."

Dass Leo seine Großmutter nicht nur über alles liebt, sondern auch auf ihr Urteil vertraut, beweist er jedesmal, sobald ein neues Filmprojekt ansteht. "Er schickt mir vorher das Drehbuch zum Lesen und fragt mich dann, was ich davon halte", erzählt sie und fügt hinzu: "Ehrlich gesagt hat mir 'Titanic' besser gefallen als 'The Beach', weil die Handlung romantischer war."

Bei ihren Besuchen in Los Angeles wird die Oma von ihrem berühmten Enkel verwöhnt. "Er führt mich zum Essen in ein exklusives Restaurant", schwärmt sie. "Und das, obwohl Leo für seine extreme Sparsamkeit bekannt ist. Diese Eigenschaft hat er von mir. Oft genug habe ich ihm erzählt, dass wir uns früher als arme Bergmannsfamilie nichts leisten konnten - nicht mal ein Eis." Nur in einem Punkt vergisst Leo seine gute Erziehung - Oma Helene mit gespieltem Entetzen: "Beim Essen hält er die Gabel in der rechten statt in der linken Hand. Aber das werde ich ihm auch noch beibringen."

von Inge Czygan

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