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BRAVO - im Februar 2000

 

Fan-Hysterie bei den Filmfestspielen

Jagd auf Leo

Es war fast wie in einem rasanten Actionfilm: Riesiges Polizeiaufgebot. Bodyguards aus den USA, geheimnisumwitterte Quartiere, spurloses Verschwinden ! Leonardo DiCaprio sorgte für den größten Rummel während der Berliner Filmfestspiele. BRAVO war hautnah dabei....

Da kam selbst die erfahrene PR-Dame ins Staunen: Kurz nach acht Uhr morgens tauchten im Pressebüro des Filmverleihers "Fox" im Berliner Hotel Kempinski zwei Mädchen auf, um ihre Unterhöschen als Geschenk für Superstar Leonardo DiCaprio (25) abzugeben. Die Dame komplimentierte die beiden Hardcore-Fans samt Höschen wieder hinaus.

Bei den Filmfestspielen in Berlin drehte sich alles nur um Leo. Der Star aus "Titanic" war trotz zahlreicher Hollywoodgrößen wie George Clooney, Gwyneth Paltrow und Matt Damon das absolute Highlight. Selbst der Festival-Direktor outete sich als großer Leo-Fan und erklärte: "Wenn Leonardo DiCaprio nicht kommt, springe ich aus dem Fenster!"

Der Direktor brauchte nicht zu springen, Leo landete pünktlich um 18.20 in Berlin, um seinen brandneuen Abenteuerstreifen "The Beach" vorzustellen.

Alles war genaralstabsmäßig geplant. Leos Privatjet kam aus London, wo er die Nacht mit Nicole Appleton, der Sängerin der All Saints, verbracht haben soll. Direkt vom Jet stieg Leo in eine verdunkelte Mercedes-Limousine und brauste sofort davon.

Auch um das Hotel, in dem Leo nächtigte, wurde ein großes Geheimnis gemacht. Insgesamt waren in vier (!) Hotels Zimmer reserviert, um die Fans in die Irre zu führen. Geschlafen hat Leo schließlich im Ritz Carlton im Stadtteil Grunewald. Er logierte in der "Kaisersuite" (175 Quadratmeter) für 5500 Mark die Nacht.

Der nächste Morgen begann für Leo mit einem Schock: Eine Berliner Boulevardzeitung hatte auf der Titelseite demjenigen Mädchen 1000 Mark versprochen, dem es gelingen würde, Leo zu küssen. "Fox"-Chef Vincent de la Tour schäumte: "Da wird regelrecht eine Jagd auf Leo veranstaltet!"

Leo, mit leichtem Flaum auf der Oberlippe und ein paar Bartstoppeln am Kinn, wollte nun das Hotel überhaupt nicht mehr verlassen und seine Interviewtermine absagen. Er fürchtete eine wilde Verfolgungsjagd von kusswütigen Teenagern. Aber dann siegte der Profi in ihm, und Leo tauchte mit Verspätung zu den ersten TV-Interviews im Kempinski auf.

Vor dem Hotel standen ein halbes Dutzend Polizeifahrzeuge wie beim Empfang eines Staatsoberhauptes. Durch die Garage und in Begleitung von fünf Bodyguards erreichte Leo (im Armani-Anzug) die Interviewräume. Die Gänge mussten alle leer sein, wenn Leo auftauchte.

In der Zwischenzeit versammelten sich tausende Fans vor dem "Berlinale-Palast", in dem "The Beach" gezeigt wurde. Viele Mädchen standen berits seit acht Stunden vor der Absperrung mit Eisengittern und riefen immer wieder: "Leo, wo bist du?" Julia (15) sprach das aus, was alle dachten: "Ich will keine tausend Mark für einen Kuss mit Leo. Ich wäre schon überglücklich, wenn er mir ein Autogramm geben würde."

Doch Julia und auch die anderen wurden bitter entäuscht. Mit versteinertem Gesicht stieg Leo aus seiner Limousine und lief sofort zum Eingang. Er drehte sich kein einziges Mal zu den kreischenden Fans um, er schenkte ihnen nicht einmal ein kurzes Lächeln. Viele Fans heulten hemmungslos, weil nach 30 Sekunden der Spuk schon wieder vorbei war.

Die 1800 Ehrengäste im Kino sahen Leo etwas länger. Er wünschte ihnen "Much fun with my film!" und war verschwunden. Leo: "Ich habe den Film schon ein Dutzend mal gesehen, das langt." Um 22 Uhr kehrte er ins Kino zurück, um sich zu bedanken. Bei der Premierenfeier trank Leo nur Mineral wasser und verabschiedete sich gegen Mitternacht. -

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